Proteine für Haare und Locken: Was sie tun und wie du sie auf der Rückseite erkennst
Dienstag, 12:40 Uhr, Mittagspause. Deine Freundin schwört auf Proteine für die Haare: Seit ihrer Proteinkur hätten ihre Locken endlich wieder Sprungkraft. Abends um 21:15 Uhr liest du in einem Lockenforum das Gegenteil, Proteine machen Locken strohig, bloß die Finger davon lassen.
Zwei Ratschläge an einem Tag, beide klingen überzeugt. Dazwischen stehst du mit drei Flaschen im Bad und rätst.
Deine Locken sind dabei nicht das Problem. Das Raten ist es, und das lässt sich beenden.
Kurz gesagt: Proteine legen sich an geschädigte Stellen der Haaroberfläche und geben Locken Halt und Spannkraft. Ob deine Locken gerade welche brauchen, hängt von ihrem Zustand ab, nicht von einer festen Regel.
Neugierig, wo Proteine in deiner Pflege stecken? Dann prüf deine Produkte im Locken Planer.
Inhalt
- Was bewirken Proteine im Haar?
- Sind Proteine bei der Curly Girl Methode erlaubt?
- Proteine auf der Rückseite erkennen
- Ist alles mit „Hydrolyzed“ ein Protein?
- Was ist Keratin und was bewirkt es im Haar?
- Gibt es vegane Proteine für Locken?
- Wie oft brauchen Locken Proteine?
- Welche deiner Produkte enthalten Proteine?
- FAQ: Proteine für Haare und Locken
Was bewirken Proteine im Haar?
Proteine legen sich an geschädigte Stellen der Haaroberfläche und geben Locken Halt und Spannkraft. Dein Haar besteht selbst überwiegend aus Keratin, einem Protein.
Pflegeproteine aus Shampoo, Kur oder Leave-in setzen genau dort an, wo die Oberfläche gelitten hat. Für Proteine bei Locken heißt das: Sie sind ein Werkzeug mit klarem Einsatzort, kein Pflichtprogramm für jeden Wash Day.
Brauchen Locken Proteine?
Manche Locken brauchen gerade Proteine, andere nicht. Das hängt von ihrem aktuellen Zustand ab, nicht von einer festen Regel.
Wie Locken auf Proteine reagieren, ist individuell. Deine Freundin hat also nicht gelogen. Das Forum hat auch nicht gelogen, beide haben nur von Locken erzählt, die nicht deine sind.
Sind Proteine bei der Curly Girl Methode erlaubt?
Ja, Proteine sind bei der Curly Girl Methode erlaubt, auch in der strengen Variante. Sie sind kein Ausschlussgrund für ein Produkt.
Die Curly Girl Methode ist eine Pflegeweise für Locken, die auf Sulfate, nicht wasserlösliche Silikone, austrocknende Alkohole, Mineralöle und Wachse verzichtet. Proteine stehen nicht auf dieser Liste.
Der Produkt-Check im Locken Planer zeigt Proteine deshalb als Info an, etwa als „Enthält Protein: Hydrolyzed Wheat Protein“. Ob ein Produkt nach der strengen Curly Girl Methode passt oder nicht, hängt davon nicht ab.
Proteine auf der Rückseite erkennen
Auf der Rückseite stehen Proteine unter ihren INCI-Namen, nicht unter dem deutschen Alltagsnamen. INCI ist die internationale Bezeichnung für Inhaltsstoffe in Kosmetik, deshalb liest du dort Englisch und Latein.
Für die Tabelle unten haben wir jeden Stoff in CosIng nachgeschlagen, der Datenbank der EU für kosmetische Inhaltsstoffe. Die Einordnung als Protein ist unsere eigene Einstufung bei Curly N Covered, keine Vorgabe der EU.
Proteine sind nur ein Teil der Liste. Falls du sehen willst, wie du die ganze Rückseite in einer Minute liest, findest du dort den Rest.
Woran erkenne ich Proteine in der Inhaltsstoffliste?
Du erkennst Proteine an Wörtern wie „Protein“, „Keratin“ oder „Silk“ im INCI-Namen. Wer nach „Weizenprotein“ sucht, findet auf der Rückseite „Hydrolyzed Wheat Protein“.
| Alltagsname | So steht es auf der Rückseite | Herkunft laut Name |
|---|---|---|
| Weizenprotein | Hydrolyzed Wheat Protein, Triticum Vulgare Protein | pflanzlich |
| Reisprotein | Hydrolyzed Rice Protein, Oryza Sativa Seed Protein | pflanzlich |
| Sojaprotein | Hydrolyzed Soy Protein | pflanzlich |
| Erbsenprotein | Hydrolyzed Pea Protein, Pisum Sativum Peptide | pflanzlich |
| Maisprotein | Hydrolyzed Corn Protein | pflanzlich |
| Mandelprotein | Hydrolyzed Sweet Almond Protein | pflanzlich |
| Pflanzenprotein | Hydrolyzed Vegetable Protein | pflanzlich |
| Quinoa | Hydrolyzed Quinoa | pflanzlich |
| Keratin | Hydrolyzed Keratin | keine Angabe |
| Keratin-Peptid | SH-Oligopeptide-78 | synthetisch hergestellt |
| Seidenprotein | Hydrolyzed Silk, Silk Amino Acids | Seide |
| Waschstoff aus Seidenprotein | Sodium Lauroyl Hydrolyzed Silk | Seide |
- Ganze Proteine: Triticum Vulgare Protein und Oryza Sativa Seed Protein sind nicht hydrolysiert. Die übrigen Proteine in der Tabelle sind hydrolysiert oder Peptide.
- Hydrolyzed Quinoa: CosIng beschreibt den Stoff als hydrolysierten Quinoasamen, ohne das Wort Protein. Wir zeigen ihn trotzdem bei den Proteinen an, damit proteinempfindliche Locken ihn nicht übersehen.
- Sodium Lauroyl Hydrolyzed Silk: Das ist ein milder Waschstoff auf Basis von Seidenprotein. Im Produkt-Check steht er bei den Tensiden und zusätzlich bei den Proteinen.
- Aminosäuren: Freie Aminosäuren wie Arginine führt der Produkt-Check getrennt unter „Aminosäuren“, nicht als Protein.
Was bedeutet „hydrolysiert“ bei Proteinen?
Hydrolysiert heißt: Das Protein ist in kleinere Bausteine gespalten. Auf der Rückseite erkennst du das am Wort „Hydrolyzed“ vor dem Namen.
Ist alles mit „Hydrolyzed“ im Namen ein Protein?
Nein. „Hydrolyzed“ sagt nur, dass ein Stoff gespalten wurde, nicht, was gespalten wurde.
Auch Stärke und Pflanzenextrakte können hydrolysiert sein. Das ist der Teil, den fast alle übersehen.
| So steht es auf der Rückseite | Was dahintersteckt | Bei uns als Protein? |
|---|---|---|
| Hydrolyzed Wheat Starch, Hydrolyzed Corn Starch | hydrolysierte Stärke | nein |
| Hydrolyzed Hemp Seed Extract, Hydrolyzed Moringa Oleifera Seed Extract | hydrolysierte Pflanzenextrakte, laut CosIng kein Protein genannt | nein |
| Hydrolyzed Adansonia Digitata Seed Extract (Baobab), Hydrolyzed Cicer Seed Extract (Kichererbse) | hydrolysierte Pflanzenextrakte, laut CosIng kein Protein genannt | nein |
| Oryza Sativa Extract, Oryza Sativa Seed Water | „Rice“ im Namen, aber Extrakt bzw. Samenwasser | nein |
| Triticum Vulgare Germ Extract, Triticum Vulgare Bran Extract | „Wheat“ im Namen, aber Extrakte | nein |
| Chenopodium Quinoa Seed Extract | Extrakt aus Quinoasamen | nein |
| Biotinoyl Tripeptide-1 | Verbindung aus Biotin und einem Peptid aus drei Aminosäuren, kein hydrolysiertes Protein | nein |
Faustregel für die Rückseite: Steht „Protein“, „Keratin“ oder „Silk“ im Namen, ist es sehr wahrscheinlich ein Protein. „Hydrolyzed“ allein reicht nicht. Bei „Peptide“ lohnt der Blick in den Produkt-Check, weil nicht jedes Peptid aus einem Protein stammt.
Und fermentiertes Reiswasser? Dafür gibt es keinen offiziellen INCI-Namen, wir ordnen es deshalb nicht ein.
Was ist Keratin und was bewirkt es im Haar?
Keratin ist der Stoff, aus dem dein Haar selbst überwiegend besteht. Als Pflegestoff steht es als Hydrolyzed Keratin auf der Rückseite und zählt wie die anderen Proteine zu den Stoffen, die sich an geschädigte Stellen der Haaroberfläche legen.
Gemeint ist hier Keratin als Pflegestoff in Shampoo, Kur oder Leave-in, nicht die Keratinglättung im Salon. Das sind zwei völlig verschiedene Dinge, auch wenn sie denselben Namen tragen.
Auf manchen Rückseiten findest du stattdessen SH-Oligopeptide-78. Laut CosIng ist das ein synthetisches Peptid, dessen Aufbau sich an menschlichem Keratin orientiert.
Gibt es vegane Proteine für Locken?
Ja, es gibt pflanzliche Proteine: Proteine aus Weizen, Reis, Soja, Erbse, Mais, Mandel oder Quinoa sind pflanzlichen Ursprungs. Auf der Rückseite erkennst du sie an Namen wie Hydrolyzed Soy Protein oder Hydrolyzed Pea Protein.
Seidenprotein, also Hydrolyzed Silk oder Silk Amino Acids, stammt aus Seide. SH-Oligopeptide-78 wird synthetisch hergestellt, und bei Hydrolyzed Keratin steht keine Herkunft im Namen, deshalb ordnen wir es hier nicht ein.
Ob ein ganzes Produkt vegan ist, entscheidet übrigens nicht das Protein allein. Dafür zählt jeder Stoff auf der Liste.
Wie oft brauchen Locken Proteine?
Eine feste Häufigkeit gibt es nicht, weil Locken individuell auf Proteine reagieren. Beobachte über mehrere Wash Days, wie deine Locken reagieren.
Achte dabei auf Halt, Sprungkraft und wie sich die Längen anfühlen, wenn sie trocken sind. Ob als Kur oder im Leave-in: welche Haarkur gerade zu deinen Locken passt, hängt von genau diesen Beobachtungen ab.
Was du über deine Haarporosität weißt, hilft dir zusätzlich, deine Beobachtungen einzuordnen.
Woran erkenne ich, dass meine Locken zu viel Protein bekommen haben?
Zu viel Protein kann Locken steif, strohig und brüchig wirken lassen. Weil sich das leicht mit Feuchtigkeitsmangel verwechseln lässt, lohnt ein zweiter Blick.
Wie du beides auseinanderhältst und mit dem Dehntest herausfindest, ob deine Locken gerade Feuchtigkeit oder Protein brauchen, erklärt unser eigener Ratgeber dazu.
Welche deiner Produkte enthalten Proteine? Der Produkt-Check im Locken Planer
Der Produkt-Check im Locken Planer zeigt dir, in welchen deiner Produkte Proteine stecken, auch hinter sperrigen INCI-Namen. Du musst dafür keine Tabelle auswendig lernen.
Samstag, 10:15 Uhr, Badezimmer. Auf dem Waschbeckenrand stehen Shampoo, Kur und Leave-in. Du fotografierst die erste Rückseite, und kurz darauf steht da: „Enthält Protein: Hydrolyzed Rice Protein“.
Ehrlich gesagt bleibt auch bei uns die Rückseite im Drogeriegang meistens ungelesen. Ein Foto reicht, einordnen kannst du später in Ruhe.
- Ohne Download: Der Locken Planer läuft im Browser unter planer.curlyncovered.com.
- Ohne Passwort: Du meldest dich mit deiner E-Mail-Adresse an.
- Drei Wege: Du fotografierst die Rückseite, tippst die Liste ab oder wählst ein bereits geprüftes Produkt aus dem Katalog.
- Was du siehst: Der Check zeigt Sulfate, Silikone, austrocknende Alkohole, Mineralöle und Wachse, dazu Infos zu Proteinen, Duftstoffen, Halt und Feuchtigkeit.
- Das Fazit: Am Ende steht „Nach der strengen Curly Girl Methode: passt“, „passt nicht“ oder „noch nicht sicher“.
- Offen statt geraten: Stoffe, die noch nicht eingeordnet sind, werden dir offen angezeigt. Fehlt ein Produkt, schlagen wir es nach.
Bei „Feuchtigkeit“ zeigt der Check Stoffe wie Glycerin. Was sie tun und welche Feuchthaltemittel hinter „Feuchtigkeit“ stecken, liest du auf unserer Glycerin-Seite.
Hältst du deine Wash Days im Planer fest, zeigt der Check noch mehr. Hast du ein Produkt aus dem Katalog an mindestens zwei Wash Days benutzt und bewertet, siehst du dort deinen eigenen Schnitt für genau dieses Produkt.
Drei Wochen später, wieder Samstag, wieder 10:15 Uhr. Du weißt, welche Flasche Protein enthält und wie deine Locken an den letzten Wash Days damit aussahen. Den nächsten Ratschlag hörst du dir in Ruhe an und entscheidest selbst.
Die ersten drei Checks gehen auf uns, die Anmeldung läuft ohne Passwort.
Deine Freundin mit der Proteinkur und das Forum haben beide von ihren eigenen Locken erzählt. Wo Proteine in deinen Produkten stecken, zeigt dir der Planer. Was deine Locken daraus machen, entdeckst du selbst, Wash Day für Wash Day.
FAQ: Proteine für Haare und Locken
Was bewirken Proteine im Haar?
Proteine legen sich an geschädigte Stellen der Haaroberfläche und geben Locken Halt und Spannkraft. Ob deine Locken gerade welche brauchen, hängt von ihrem Zustand ab, nicht von einer festen Regel.
Sind Proteine bei der Curly Girl Methode erlaubt?
Ja, Proteine sind auch bei der strengen Curly Girl Methode erlaubt und kein Ausschlussgrund für ein Produkt. Ob Locken sie gerade brauchen, ist eine Frage ihres Zustands, keine Regel der Methode.
Woran erkenne ich Proteine in der Inhaltsstoffliste?
Du erkennst sie am INCI-Namen: Steht „Protein“, „Keratin“ oder „Silk“ im Namen, ist es sehr wahrscheinlich ein Protein. Weizenprotein steht auf der Rückseite zum Beispiel als Hydrolyzed Wheat Protein.
Ist alles mit „Hydrolyzed“ im Namen ein Protein?
Nein, „Hydrolyzed“ heißt nur, dass ein Stoff in kleinere Bausteine gespalten wurde. Hydrolyzed Wheat Starch ist zum Beispiel hydrolysierte Stärke, und hydrolysierte Pflanzenextrakte wie Hydrolyzed Hemp Seed Extract führen wir ebenfalls nicht als Protein.
Gibt es vegane Proteine für Locken?
Ja, Proteine aus Weizen, Reis, Soja, Erbse, Mais, Mandel oder Quinoa sind pflanzlichen Ursprungs. Seidenprotein stammt dagegen aus Seide.
Wie oft sollten Locken Proteine bekommen?
Eine feste Regel gibt es nicht, weil Locken individuell auf Proteine reagieren. Beobachte über mehrere Wash Days, wie deine Locken reagieren. Wirken sie steif, strohig oder brüchig, kann das ein Zeichen für zu viel Protein sein.









